1
August

Fra Goethe-instituttets hjemmesider

„Slottet“ har blitt fullført!

Kafkas „Slottet“ slutter midt i en setning og Goethe Institut i Norge har oppfordret dere til å dikte en ny avslutning. Vi har mottatt tallrike forslag fra begavede forfattere som har åpnet helt uventete fortolkninger av klassikeren for oss.

På grunn av de mange gode tekstene har det vist seg å være svært vanskelig å kåre den mest kreative. En versjon har imidlertid vært særdeles overbevisende. Den referer ikke bare med synlig kunnskap til utgangsteksten, men greier også å skape den gåtefulle uhyggen som Kafkas prosa er så berømt for. Vi syntes også at den modige bruken av det tyske språket har vært meget imponerende – spesielt fordi forfatteren ikke er morsmålsbruker!

Vi belønner derfor forfatteren med to teaterbilletter til en forestilling av Kafka – Komilab 4.1 på Torshovteatret. God fornøyelse!

Vi takker alle som har deltatt for deres flotte bidrag!

Les vinnerbidraget fra Ranveig Wormstrand her:

Sie reichte K. die zitternde Hand und ließ ihn sich neben sie niedersetzen, mühselig sprach sie, man hatte Mühe sie zu verstehen, aber was sie sagte, klang ihm wie kristallkalte Wassertropfen: „Nehmen Sie es mir nicht übel, Herr K., dass ich Sie so direkt anrede: Sie sind hierhergekommen, übermutig, ja, man könnte sogar unverschämt sagen, um in unsere Finsternis einzudringen. Ihre unerhörte Frechheit hat sowohl die Dorfbewohner als auch die Beamten tief berührt. Aber, hören Sie … sie atmete jetzt mit großer Schwierigkeit; K. musste sich näher zu ihr hin lehnen: Sie verstehen nicht: Ihre Mühe, Ihre Schlauheit, ihre Intrigen, die wir alle natürlich durchschaut haben, über die wir heimlich gelacht haben, sind umsonst. Und durch die Herren Beamten kommen Sie auch nicht weiter. Sie müssen aber nur das Eine wissen: Erst wenn Ihnen klar ist, dass Sie uns nicht mehr brauchen; dass Ihnen das Schloss, die höchsten Beamten, auch der Herr Graf, nicht helfen können; dass Sie nicht gekommen sind, um etwas von uns zu erringen, sondern umgekehrt, dann sind Sie frei. Sie, Herr K, sind das Licht, vor dem wir Angst haben. Ohne Sie sind wir hier in unserer Finsternis verloren.“

 

(F. Kafka & R. Wormstrand)

 

 

 

 

 

 

 

 

„Das Schloß“ wurde vollendet!

Kafkas „Das Schloß“ endet mitten im Satz und Goethe Institut in Norwegen hat Sie dazu auffordert, dem Roman einen neuen Schluss zu dichten. Zahlreiche Einsendungen von talentierten Autorinnen und Autoren haben uns erreicht und uns ganz ungeahnte Lesarten dieses Klassikers eröffnet.

Bei so vielen guten Texten hat sich die Auswahl des kreativsten als sehr schwierig erwiesen. Eine Version hat uns jedoch besonders überzeugt. Diese knüpft nicht nur gekonnt an den Ausgangstext an, sondern schafft es zudem, jenes rätselhafte Unbehagen zu erzeugen, für das Kafkas Prosa so berühmt ist. Äußerst positiv überrascht hat uns auch der kühne Gebrauch der deutschen Sprache – zumal, bei einer Autorin, deren Muttersprache nicht Deutsch ist!

Daher belohnen wir die Autorin mit zwei Karten für eine Vorstellung von Kafka – Kombilab 4.1 im Torshovtheater. Viel Vergnügen!

Allen, die teilgenommen haben, danken wir herzlich für die vielen tollen Beiträge!

Lesen Sie hier den Gewinnerbeitrag von Ranveig Wormstrand:

Sie reichte K. die zitternde Hand und ließ ihn sich neben sie niedersetzen, mühselig sprach sie, man hatte Mühe sie zu verstehen, aber was sie sagte, klang ihm wie kristallkalte Wassertropfen: „Nehmen Sie es mir nicht übel, Herr K., dass ich Sie so direkt anrede: Sie sind hierhergekommen, übermutig, ja, man könnte sogar unverschämt sagen, um in unsere Finsternis einzudringen. Ihre unerhörte Frechheit hat sowohl die Dorfbewohner als auch die Beamten tief berührt. Aber, hören Sie … sie atmete jetzt mit großer Schwierigkeit; K. musste sich näher zu ihr hin lehnen: Sie verstehen nicht: Ihre Mühe, Ihre Schlauheit, ihre Intrigen, die wir alle natürlich durchschaut haben, über die wir heimlich gelacht haben, sind umsonst. Und durch die Herren Beamten kommen Sie auch nicht weiter. Sie müssen aber nur das Eine wissen: Erst wenn Ihnen klar ist, dass Sie uns nicht mehr brauchen; dass Ihnen das Schloss, die höchsten Beamten, auch der Herr Graf, nicht helfen können; dass Sie nicht gekommen sind, um etwas von uns zu erringen, sondern umgekehrt, dann sind Sie frei. Sie, Herr K, sind das Licht, vor dem wir Angst haben. Ohne Sie sind wir hier in unserer Finsternis verloren.“

 

(F. Kafka & R. Wormstrand)

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